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Anlagen zur Spritzguß-Entbinderung
Metall- und Keramik-Spritzguß

Pulverspritzgießen (Powder Injection Molding – PIM)

Beim Pulverspritzgießen handelt es sich um ein Verfahren zur Herstellung geometrisch komplexer Bauteile aus fertigungstechnisch anspruchsvollen Werkstoffen wie Hartmetall oder Keramik.
Das Pulverspritzgießen eignet sich insbesondere für kleine Bauteile in mittleren und großen Stückzahlen. Das Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Materialausbeute aus.

Metallpulver-Spritzguß (Metal Injection Molding – MIM)

Die pulvermetallurgische Fertigung vereint die komplexen Formgebungsmöglichkeiten des Spritzgießens mit den variablen Werkstoffeigenschaften von metallischen Pulvermaterialien.

Keramikpulver-Spritzguß (Ceramics Injection Molding – CIM)

Keramik erlangt immer größere Bedeutung als hochbelastbarer Werkstoff, u. a. in der Automobilindustrie oder der Medizintechnik (z. B. Hüftgelenk-Implantate). Durch das Spritzgießen ist es möglich, komplexe Formteile mit spezifischen Materialeigenschaften zu erzeugen.

Herstellung der Spritzgußmasse (Feedstock)

Zunächst wird das Pulver mit einem oder mehreren Binderkomponenten unter spezifischen thermischen Bedingungen zu einem sogenannten Compound vermischt und in einem weiteren Schritt granuliert. Die so erhaltene Spritzgußmasse (Feedstock) ist das Rohmaterial für den Spritzguß.

Verfahrensablauf des Pulverspritzgießens

Das Pulverspritzgießen gliedert sich in drei Verfahrensschritte:
Zunächst werden auf handelsüblichen Spritzgußmaschinen endkonturnahe Bauteile erzeugt. Der sogenannte Grünling läßt sich zu diesem Zeitpunkt leicht maschinell nachbearbeiten, z. B. durch Schneiden, Bohren, Fräsen oder Drehen.
Die nachfolgende Entbinderung – die Entfernung der zur Formgebung erforderlichen Binderkomponenten – erfolgt durch Lösungsmittel-Extraktion. Aus dem Formteil entsteht der Braunling.
Der letzte Verfahrensschritt besteht aus einer Kombination von (Rest)-Entbindern und Sintern unter hohen Temperaturen. Hierbei erhält man schließlich das gebrauchsfertige Metall- bzw. Keramikteil mit seinen endgültigen geometrischen und werkstofflichen Eigenschaften.

 

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